Im Gespräch mit … Regina und Faye Tromp (Popovs)
Mit einer guten Wegbeschreibung neben mir fahre ich zu dem in der Nähe des Örtchens Schijf im Wald gelegenen 'Landgut', wo ich von Regina, ihrem Mann Ted, Faye und den Hunden herzlich zu einem guten Gespräch empfangen werde. Regina, die im Oktober diesen Jahres 25 Jahre Richterin ist, ist für viele kein unbekanntes Gesicht im Showring. Als Saluki-Richterin angefangen, richtet sie jetzt die ganze Windhundgruppe und einige Tibetanische Rassen. Faye ihrerseits ist bekannt für ihr professionelles Vorführen. Popovs, 'ein Lachen und eine Träne'. Kein naheliegender Name, den Regina Tromp und ihre Tochter Faye als Kennel-Namen für ihre Afghanischen Windhunde und Lhaso Aphso's auswählten.
Faye and Regina Tromp
Ch. Popovs Sundance Kid
Wie bist du auf den Zwingernamen gekommen?
Du sagst es selbst: ein nicht naheliegender Name, der die Ladung voll und ganz abdeckt, so will ich auch züchten und ausstellen. Er bedeutet für uns Freude und Kummer, was dieses Hobby auch mit sich bringt. Außerdem war Popov mein erster selbstgezüchteter Lhasa Apso-Rüde, eine Superchampion! Der Name "prickelt" für uns. Übrigens züchten wir nach Thema und nicht nach dem Alphabet, weil wir nicht viel züchten wollen, nur wenn wir selbst einen Welpen aus einer Kombination haben möchten.
Wie ist dein Interesse an Windhunden entstanden?
Schon in meiner Jugend. Vor allem durch meinen Vater. Wir hatten immer vier oder fünf Hunde. Mischlinge, Streuner und Cocker Spaniel, und wir träumten von einem Afghanen, den wir in Zeitschriften abgebildet gesehen hatten. Später wollte mein Mann auch einen Afghanen, so hat alles angefangen.
Was gilt in diesem Fall für den Afghanische Windhund?
Die Menschlichkeit des Afghanen, seine überlegene Ausstrahlung. Es ist so, als ob man eine schöne Frau ansieht oder einen schönen Mann. Später auf Ausstellungen kam das Interesse am Charakter. Am Wesen eines Windhundes. Auch das eines Salukis oder Barsois, zum Beispiel.
Mein erster Windhund war ein Afghane, Khyber van de Emelenberg. Ich bin auch einmal auf einer Ausstellung mit ihm gewesen, aber ich hatte ihn nicht für die Ausstellung gekauft. Ich wußte zu wenig davon. Ich konnte auch überhaupt nicht vorführen. Aber so hat es doch angefangen, das Interesse an der Rasse. Ich habe dann auch bald mein AKK gemacht, weil ich dachte: Ich will mehr darüber wissen. Er hat schon viel in mir geweckt, ich entwickelte eine tiefe, intensive Liebe für diesen Rüde, und für die Rasse.
Was findest du wichtig bei einem Afghanen?
Eine ganze Menge Dinge. Aber ich glaube schon, daß die Linien, die Ausstrahlung und dann das Gangwerk doch die wichtigsten Punkte sind. Dann bekommt man doch ein Gesamtbild. Ich könnte nicht nur einen Punkt hervorheben. Wenn man nur sagt, eine gute Haltung, und der Hund ist schlecht gebaut, das kann es auch nicht sein. Wenn ich sage Linie, dann heißt das: die Rückenlinie mit einem schönen hohen Widerrist und einem fantastisch liegenden Becken. Ein großartiges Gebäude mit viel Winkelungen, großen Pfoten und gern einer guten Rute. Man sieht im Moment diese Säbelruten. Es ist die Art, wie sie getragen wird. Sie soll am Ansatz breit sein und schön schmal mit einem Ring am Ende und am liebsten nicht so stark befedert.
Welche Fehler siehst du immer wieder im Ring?
Kurzbeinigkeit. Damit meine ich, ich muß nicht unbedingt ganz lange Beine haben, aber ich will keine Verzwergung des Oberarmbeins und des zweiten Schenkels der Hinterhand. Der erste geht oft noch, aber der zweite ist oft zu kurz, wodurch die Knien nach außen gehen und die Sprunggelenke nach innen. Das finde ich, glaube ich, einen großen Fehler. Ich sehe auch nicht so gerne schwere, massive Köpfe, vor allem wenn sie kurz sind und massiv. Jeder Art von Grobheit finde ich schrecklich.
Regina while judging
In wieweit ist Charakter wichtig für dich beim Richten?
Es ist schwierig, den Charakter beim Richten zu beurteilen, es sei denn, die Hunde verhalten sich extrem. Man lernt einen Hund natürlich nicht wirklich kennen, so wie er ist. Ich will keinen ängstlichen oder zurückhaltenden Hund, das finde ich einfach untypisch. Ein Hund soll stolz sein, und daß sich Rüden im Ring ab und zu kebbeln, finde ich nicht so schlimm, solange sie sich nicht Menschen gegenüber aggressiv verhalten.
Erzähl mal, wie gehst du vor, wenn du richtest ? Worauf achtest du?
In erster Linie, denke ich doch, auf den Gesamteindruck, den man von den zu richtenden Hunden bekommt, wenn sie in den Ring kommen, und sicher auch auf den Typ. Nun ist der bei mir etwas breiter als bei manch anderem Richter. Ich bin nicht auf einen Typ festgelegt. Da kann es beim Richten durchaus vorkommen, daß mich ein Hund, den ich zuerst übersehen habe, auf den zweiten Blick sehr begeistern kann. Den Kopf finde ich sehr wichtig, denn damit fange ich an, Augen und Ausdruck. Danach das Gebäude, Gangwerk etc.
Welchen Afghanen aus früheren Zeiten würdest du heute gern noch mal sehen und warum?
Xingu van de Oranje Manege und Haboob von Katwiga, bei denen bekam ich Mundwasser. Und jetzt frage ich mich, wäre das heute noch so oder hat er doch Punkte, die ich weniger schön finde. Windsurf's Brutus und Nightwatch Vail Summit waren Bombenhunde für mich. Und Quirin und Queen Binte von der Irminsul. Aber das ist noch nicht so lange her, daß ich die gesehen habe. Auch Hunde, die ich selbst nie habe richten dürfen, wie zum Beispiel el Khyrias oder Eschgi's Hunde, was fand ich die schön.
Stell dir mal vor, du richtest die Windhundegruppe, und da stehen ein Afghane, ein Saluki und ein Sloughi, die alle drei stark die Rassetypen vertreten. Wen bevorzugst du?
Dann sehe ich wirklich nach der Tagesform, denn ich muß sagen, daß ich auch verrückt bin nach Salukis. Ich habe sie auch sehr lange um mich herum gehabt, und ich achte auf Salukis. Das bedeutet für mich dann in einer solchen Situation: "Showtime, Jungs, wer´s verdient hat, kriegt´s'.
Wie bist du dazu gekommen, selbst zu züchten?
Das war eigentlich ziemlich klar für mich. Als ich aufhörte zu arbeiten. Ich hatte Tinkerbell el Saghir, und ich sah die Qualitäten, die sie hatte. Ich kannte natürlich ihren Stammbaum und all die Hunde, und hatte all die Hunde in den Händen gehabt. Da dachte ich: Das ist das Mädchen, mit dem ich was machen kann. Ich wußte also sehr früh, mit Tinkerbell werde ich einen Wurf machen.
Tinkerbell el Saghir ist die Basis deiner Zuchtlinie. Sie hat sich in der Zucht wie auch auf Ausstellungen bewiesen. Kannst du sie beschreiben? Was sind ihre Pluspunkte? Ihr Charakter?
Ich hatte ein sehr schönes Erlebnis mit Eta Pauptit auf einem NVOW-Clubmatch. Sie war allen Hunden gegenüber sehr kritisch. Dann sah Sie Tinkerbell und sagte: 'Holen Sie die mal vom Trimmtisch runter'. Sie sagte: 'Da steckt was drin, mit der müssen Sie mal züchten'. Nicht weil sie das sagte, denn das wußte ich schon, aber ich fand es sehr nett, so typisch Eta. Ich finde Tinkerbell selten, ohne daß sie so knisternd und glamourös ist, ist sie selten in all ihrer Qualität. Sie hat eine Anatomie, nach der man sich die Finger lecken kann, ihr phantastisches Fell, ihr eigenwilliges, unergründliches Wesen, ihre Intelligenz und Affenartigkeit, ein herrlicher Mensch!
Ch. Tinkerbell el Saghir
Bisher hast du Afghanen nur gerichtet. Kannst du beim Richten noch immer neutral bleiben, jetzt wo du selbst züchtest?
Ich hoffe es… Ich züchte noch nicht so lange, und nehmen wir mal an in zehn Jahren, wenn ich eine bestimmte Qualität aufgebaut habe, die ich behalten habe, daß ich offen bleiben kann für andere und dass ich nicht sage: 'Ich hab´s und der Rest ist…'. Ich werde selbst sicher auch noch mal einen schönen Rüde gebrauchen müssen. Gott sei Dank gibt es noch viel Schönes. Ich will nicht auf Kosten oder über dem Rücken von anderen meinen eigenen Ruhm vermehren. Wenn man seiner Sache gewiß ist, kann man züchten und gut richten, denn dann bleibt man offen für Verbesserungspunkte und für das, was schön ist, das bleibt schön.
Was ist dein Zuchtziel?
Eigentlich dachte ich, als ich mit Züchten anfing: jetzt will ich mal einen Hund züchten vom alten Typ im Sinn von Anatomie, Bau und Bewegung, aber mit dem Glamour, daß sie im Ausland sagen: 'Seht mal, es gibt doch sehr schöne Afghanen in Holland'. Ich möchte gerne international mit der Rasse beschäftigt sein und nicht nur sehen, was in Holland passiert.
Ch. Popovs Private Collection (Wolk)
Ein Anzahl Züchter in Holland, Belgien und Deutschland züchten noch immer den Oranje Manege-Typ. Wie stehst du dem gegenüber?
Natürlich ist der Van de Oranje Manege-Typ ganz speziell, wenn man ein sehr schönes Exemplar sieht und es darf auch nicht verloren gehen. Herrlich, der Name ´Van de Oranje Manege´, ein Tribut an Fräulein Pauptit, aber warum sprechen wir nicht mehr vom Barukhzy-Typ? Das waren doch auch sehr schöne Hunde? Für mich ist der Typ, den ich anstrebe, der Ghazni-Typ, und ich denke, jeder muß den Weg gehen, den er für den richtigen hält. Das ist ganz wichtig. Ich denke auch daß Eta, wenn Sie heute die Hunde ansehen würde, vielleicht eine ganze Menge zu kritisieren hätte. Eta hatte in ihrer Zeit mehrere Farben in ihrem Kennel. Eta hatte einen sehr breiten Blick, war international dabei, sie holte auch Hunde aus Amerika. Dieses Herumdrehen in einem ganz kleinen Kreis würde ich nicht machen, weil ich Angst hätte vor einer zu kleinen genetischen Basis. Aber mit allem Respekt. Jeder muß das tun, was er für gut hält für die Rasse.
Für deinen ersten drei Würfe hast du, meines Erachtens, drei sehr verschiedene Rüden gebraucht: Psobadja-Y-Shirvan, Bocaccio el Aryana Shalym und Yashun von der Irminsul. Warum hast du gerade sie genommen? Und kannst du sie beschreiben?
Für unserer ersten (Film) Wurf nahmen wir Psobadja. Psobadja habe ich in seiner Jugend gerichtet, und ich habe damals direkt gedacht: 'Dieser Hund ist etwas ganz Besonderes'. Ich habe ihn danach mehr oder weniger vergessen, weil er nirgendwo hinkam. Bis ich in Deutschland auf einer CAC-Austellung richten mußte. Ich sah den Hund wieder und war gleich hin und weg. Diese Rückenlinie, sein herrliches ausgreifendes, schwebendes Gangwerk, seine Haltung. Auch ein paar weniger gute Punkte, aber die hat jeder Hund. Ich habe dann nach seiner Abstammung gefragt, und es gab keinen Zweifel, er war es. Ein bißchen Katwiga, ein Tick amerikanisches Blut über den Q-wurf "von der Irminsul", was für mich der Gipfel ist. Er wurde es also, und ich darf ganz bescheiden sagen, daß es mit Tinkerbell funktioniert hat. Selbst heute, mit zehn Jahren, kann er anderen noch gewaltig die Show stehlen. Für unseren zweiten (Parfüm) Wurf nahmen wir Bocaccio, das ist eine nette Geschichte. Faye und ich waren mit Tinkerbell auf einer Show in Charleroi, wo Rita van Mechelen richtete. Da kam Familie van der Heiden mit Bocaccio. Tinkerbell und Bocaccio verliebten sich auf dem Parkplatz ineinander. Damals sagte ich noch zu Faye: 'Schade daß er aus einer ganz anderen Linie kommt, sonst würde ich ihn gern mal als Deckrüden nehmen. Die beiden passen wirklich gut zusammen'. Tinkerbell und Bocaccio wurden auch noch bester Rüde und beste Hündin auf dieser Show. In dem Moment wußte ich, daß ich unbedingt altes skandinavisches Blut haben wollte, ich wußte noch nicht, was hinter Bocaccio war. Das will ich, weil ich zwei Linien aufbauen will. Eine breite Basis, mal sehen ob das klappt. Ich habe in Dänemark Kontakt mit Züchtern gehabt, die ich respektiere. Windsurf's Brutus sollte ein paar mal dahinter stehen, hinter dem Rüden, den ich gebrauchen wollte. Ich habe lange nachgedacht. Dann wußte ich es, Bocaccio sollte es sein. Er hatte es uns und Tinkerbell schon drei Jahre zuvor in Charleroi gezeigt. Er war der Mann für Tinkerbell. Er hatte genau die skandinavische Linie, die mir vorschwebte. Auch an Serra Parecis Fair Player habe ich gedacht, da steht auch Windsurf´s Brutus hinter. Bocaccio ist ein Kind von Fair Player. Danach dachen wir, jetzt müssen wir in die Linien zurückgehen. Wir haben jetzt zwei Dinge gemacht, wir haben eine breitere Basis. Jetzt müssen wir zurückgehen auf den Q-Wurf "von der Irminsul". Ich hatte Yashun in Kassel gerichtet. Ich machte ihn aus der Jugendklasse heraus bester Rüde. Ich war verliebt in ihn, in sein Gebäude, seine Haltung und seine Attitüde. Als ich sah, daß der Q-Wurf fünfmal bei ihm dahinter stand, wußte ich: Er wird es. Aber wir mußten damals noch abwarten, ob Popovs Fatal Atraction (Maggie), die Schwester von Popovs Sundance Kid (Jewel), die für mich wichtigen Zuchtvoraussetzungen erfüllte, und das hat sie, mehr als eine tadellose Anatomie und Haltung. So nahm ich Yashun für unseren Song-Wurf.
Du hast jetzt drei Würfe gezüchtet. War es nicht schwierig für dich, deine Wurfwahl zu treffen? Hat dir jemand geholfen?
Das machen wir (Faye und ich) zusammen, und wir sagen dann, daß keiner sagen darf, wer sein Favorit ist. Am Ende suchen wir doch immer denselben aus. Im lezten Wurf waren neun Welpen, und es waren sechs besonders schöne dabei, wovon wir selbst eine Hündin und einen Rüden behalten haben. Zwei andere sind zum Glück in guten Händen bei der Besitzerin der Mutterhündin. Zum Züchten braucht man 'Fingerspitzengefühl', sicher aber auch bei der Auswahl der Welpen.
Findest du Farbe und viel Fell wichtig?
Ein schöner Hund trägt seine Farbe. Viel Fell, das ist ganz wichtig für mich. Wir müssen uns um ein schönes, volles Fell bemühen, aber Hündinnen haben natürlich, bedingt durch die Hitze, nicht immer die gleiche Fellkondition.
In Holland, aber vor allem in Deutschland, legt man großen Wert auf ein vollzahniges Gebiß. Wie stehst du selbst dazu? Würdest du auch Hunde, die nicht vollzahnig sind, zur Zucht einsetzen?.
Offen gesagt, ja, ich würde sie einsetzen. Wenn wir uns nur blind in ein vollzahniges Gebiß verrennen, dann bewegen wir uns auch in einem zu kleinen Kreis, und wirklich gute Hunde würden nicht mehr gebraucht. Das kann man irgendwann nicht mehr zurückholen. Natürlich ist ein vollzahniges Gebiß schön, aber wenn wir einen wirklich vorzüglichen Hund haben, der einen Zahnfehler hat, dann tun wir uns doch bitte nicht allzu schwer. Wir haben bei den Afghanen zum Glück im allgemeinen keine Gebißprobleme. Man soll nicht mit Hunden züchten, die beide Zahnprobleme haben. Man sollte sich um ein vollzahniges Gebiß bemühen, aber die Hunde, die vielleicht mal einen Zahnfehler haben, nicht direkt zur Seite schieben.
Der Afghane ist in Holland nicht so populär. Hast du keine Probleme, die Welpen unterzubringen?
Nein, ich habe bis jetzt, nun züchte ich ja noch nicht so lange, wirklich Wartelisten mit Leuten, die sagen: "Ich möchte so gern was von Tinkerbell'. Es ging eigentlich ganz einfach. Auch mit dem letzten Wurf mit neun Welpen hatten wir kein Problem.
Song litter
Du arbeitest sehr eng mit deiner Tochter Faye zusammen. Wie weit geht die Zusammenarbeit? Überlegt sie auch bei Kombinationen mit?
Wir arbeiten 100% zusammen. Ich bringe die Ideen ein. Faye "wiederkäut" sie, ist dann einverstanden mit meiner Ansicht und bringt mich selbst auf Ideen. Sie hat natürlich einen breiteren Blick, weil sie nicht so durch Herrn van der Molen ausgebildet worden ist. Oft einen offeneren Blick, was mir viel hilft. Faye fügt hinzu: 'Ich glaube, daß hier auch kein Hund bleibt, den wir nicht zusammen ausgesucht haben. Sogar bei einer Ausschreibung für eine Show sagen wir: ´da fahren wir hin oder nicht´. Regina weiter: 'Sie hat einfach, genetisch bedingt, diese Passion geerbt. Es ist kein Hobby, es ist ein Passion. Wir können auch gut Kritik vom anderen vertragen. Wir lernen voneinander. Wir denken dasselbe und liegen auf derselben Linie.
Gehst du mit deinen Hunden zu Rennen oder Coursings?
Mit Tinkerbell und auch mit Jewel (Popovs Sundance Kid) bin ich öfter zum Coursing gewesen, das ging fantastisch. Aber durch das Ausstellen, durch meine Richtertätigkeit und auch durch soziale Verpflichtungen kam ich einfach nicht mehr dazu. Jetzt will ich doch wieder damit anfangen, einfach weil es in meinen Augen eine so schöne Seite an diesem Hobby ist. Popovs Private Collection (Wolk) hat mehr als durchschnittliches Talent, und das stimuliert.
In wieweit findest du Jagdinstinkt wichtig?
Der Jagdinstinkt ist eine der wesentlichen Eigenschaften eines Windhundes. Genauso wie ein gute Anatomie ist es etwas, das in einem Hund drinstecken muß. Meistens steckt es auch drin. Ein Richter bestimmt das nicht. Schade.
Wie denkst du über das Thema "Zuchtführung"?
Eigentlich finde ich, daß man für Afghanen überhaupt keine Zuchtführung machen muß. Denn wir haben keine größeren Gesundheitsprobleme oder Fehler. Ob wir wollen oder nicht, es wird uns einfach in den Rachen geschoben. Ich hoffe nur, daß wir absolute Freiheit behalten zu tun, was wir wirklich tun wollen. Dann kann von mir aus die Rennfähigkeit getestet werden, aber daß ein Rüde nur fünfmal zur Zucht eingesetzt werden darf, da fehlen mir einfach die Worte. Wenn man ihn nur nicht jedesmal auf dieselbe Linie setzt. Es kommt am Ende noch soweit, daß man seinen Rüden nicht mehr zum Decken hergibt, weil man ihn selbst für die Zucht behalten will. Holland ging voran mit dem Chip und jetzt wieder hiermit. Für bestimmte Rassen geht es meines Erachtens nicht anders, sonst müssen sie aufgedeckt werden. Warum jetzt wieder Einheitsbrei. Züchten ist eine Art künstlerische Tätigkeit, und die darf man nicht einengen. Andrerseits, wenn es um das Wohl der Hunde geht, passe ich mich an.
Vielen Dank Regina und Faye für dieses Gespräch ... RMO